Die Förderung der Agentur für Arbeit bei der sogenannten „Ich-AG“ im Jahr 2002 hat eine Welle von Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus ausgelöst. Auch wenn die klassische Ich-AG-Förderung mittlerweile ein Auslaufmodell ist und nach wie vor nur an Arbeitslose oder Menschen in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gezahlt wird, ist die Idee, die eigene Existenz durch eine Existenzgründung zu sichern, für viele sehr attraktiv.
Dabei gilt es viele Faktoren zu berücksichtigen. Eine Existenzgründung ist nichts, was zwischen Tür und Angel entschieden und geplant werden sollte, möchte der Gründer erfolgreich mit seinem Vorhaben sein. Derjenige, der seine Existenz auf diese Weise sichern möchte, sollte sich zunächst fragen, ob er von seiner Persönlichkeit her zum Unternehmertum neigt. Sind diese Eigenschaften, beispielsweise Dynamik, Hartnäckigkeit, und Flexibilität vorhanden, folgt im nächsten Schritt die Überlegung der konkreten Geschäftsidee. Ist die Idee erfolgsversprechend? Sind die Pläne und Ziele realistisch? Sind die benötigten Fähigkeiten, sowohl persönlich als auch fachlich, vorhanden? All diese Fragen sollten in einem Beratungsgespräch mit einem kompetenten Fachmann geklärt werden. Angebote dazu gibt es von Gründernetzwerken, Beratungszentren oder der Agentur für Arbeit. Das Internet kann eine erste Übersicht liefern, jedoch nicht das persönliche Beratungsgespräch ersetzen.
Sind auch diese Fragen der zukünftigen Existenz geklärt, wird der Business-Plan entworfen. Hier legt der angehende Gründer fest, welches Ziel, welche Idee, er mit welchen Mitteln und in welcher Zeit erreichen möchte. Der Businessplan ist häufig die Grundlage der für die Existenzgründung unabdingbaren Gespräche mit der bzw. den Banken. Denn was nützt die beste Idee ohne entsprechende Finanzierung? Je nach angestrebter Branche und Art der zukünftigen Kundschaft sind die Anforderungen an eine Finanzierung höchst unterschiedlich. Daher muss im Vorfeld geklärt werden, welchen Umfang die Existenzgründung hinsichtlich dieser beiden Faktoren haben wird.
Ein Freiberuflicher Autor benötigt beispielsweise weniger Startkapital als ein High-Tech-Unternehmen. Die Kunden eines Einzelhandelsgeschäftes, also Laufkundschaft, sind vielleicht einfacher zu erreichen als eine Kundenklientel, die zuvor langwierig akquiriert werden muss, wie z.B. in der Dialogmarketingbranche. Da kann es mitunter über 1 Jahr dauern, bis der Kunde einen ersten Auftrag erteilt.
Die Branche und Art der Kunden gibt ebenfalls Aufschluss darüber, ob Geschäftsräume oder Lagerhallen, etc. angemietet werden müssen. Oder kann die Tätigkeit von zuhause ausgeübt werden, wie im E-Business? Weitere Möglichkeiten bestehen darin, in Franchise-Unternehmen einzusteigen oder bestehende Unternehmen zu übernehmen. Hier stellt sich die Frage, wie viel Risiko der Gründer für seine Existenz in Kauf nehmen und wie viel Gestaltungsmöglichkeiten er haben möchte.
Es gibt sehr viele und wichtige Entscheidungen, welche im Vorfeld getroffen werden müssen um einen erfolgreichen Start und eine dauerhafte Selbständigkeit gewährleisten zu können. Das Internet bietet eine gute erste Anlaufstelle.





